Über mich und meine Arbeitsweise

Schreiben bedeutet für mich, zu kommunizieren: mit mir selbst, mit anderen, über Dinge und Menschen, Prozesse und Diskurse. Dabei sehe ich viele Verbindungen zwischen dem wissenschaftlichen, dem beruflichen und dem kreativen Schreiben. Denn alle Texte dürfen neugierig machen, interessant und spannend geschrieben sein, bereichern und zu neuen Erkenntnissen führen. Und für alle Formen des Schreibens gilt, dass es anstrengend sein und ebenso richtig viel Spaß machen kann. Es kann befreien, die eigene Stimme stärken, es kann mit Stolz erfüllen und glücklich machen.

Deshalb habe ich das Schreiben und vor allem die Vermittlung des Schreibhandwerks zu meinem Beruf gemacht. Ich begleite Menschen dabei, die Freude und Leichtigkeit des Schreibens zu erfahren, Denkknoten zu lösen und das, was sie sagen möchten, auch zu Papier zu bringen. Hierfür schaffe ich einen Raum, in dem der innere Kritiker draußen bleiben muss, damit ein Freiraum für das eigene Schreiben entsteht und neue Gedanken, Ideen und Strategien wachsen dürfen. Denn Schreiben hat viel mit Selbstvertrauen in das eigene Schreiben und die eigene Stimme zu tun. Die Stärkung jeder einzelnen Person in ihrem Schreiben und als Schreibende ist für mich das Wichtigste an meiner Arbeit.

Das Handwerk der Schreibdidaktik habe ich am Schreiblabor der Universität Bielefeld in der Ausbildung „Schreiben lehren an der Hochschule“ gelernt und während meiner sechsjährigen Tätigkeit an einem universitären Schreibzentrum in der Praxis erprobt und weiterentwickelt. Hinzu kamen Weiterbildungen in der Hochschuldidaktik, in lösungsfokussierter Beratung sowie im Bereich des kreativen Schreibens. Seit September 2016 nehme ich an einer Weiterbildung zur systemisch-lösungsfokussierten Coach teil und nutze das Schreiben nun auch, um Menschen bei Klärungs- und Veränderungsprozessen zu begleiten.

Verschiedene Wege zum Schreiben sind mir durch die Publikation zahlreicher Artikel und meiner Doktorarbeit vertraut. 2008 bin ich an der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit einer Dissertation im Bereich der volkskundlich-historischen Armutsforschung mit summa cum laude promoviert worden. Die Arbeit entstand in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojekt „Alltag und Lebenswelt von heimatlosen Armen im 19. Jahrhundert in Westfalen“ (2006–2007). Zuvor habe ich in Münster Politikwissenschaft, Volkskunde/Europäische Ethnologie, Neuere und Neueste Geschichte und Ostslavistik studiert.

Um die Schreibdidaktik in Deutschland zu verstetigen, zu professionalisieren und als Teil einer akademischen Ausbildung zu verankern, entstand im Jahr 2013 die Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung e.V., zu deren Gründungsmitgliedern ich gehöre.

Ausgewählte Publikationen
  • Peer-Learning durch Mentoring, Coaching & Co. Aktuelle Wege in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Hrsg. gemeinsam mit Petra Westphal, Thea Stroot, Christoph Wiethoff. Immenhausen bei Kassel 2014.
  • Schreibdidaktische Elemente in Peer-Learning-Settings. Ein Praxisbericht, in: ebd., S. 137-145.
  • Studentische Forschungs- und Schreibgruppen, in: Christine Bischoff, Karoline Oehme-Jüngling, Walter Leimgruber (Hgg.): Methoden der Kulturanthropologie. Bern 2014, S. 504–519.
  • Lebenszeichen. Privatbriefe unterbürgerlicher Schichten aus den Akten des Landarmenhauses Benninghausen (1844–1891). Quellenedition, hrsg. gemeinsam mit Hildegard Stratmann. Münster 2012.
  • Alltag und Lebenswelt von heimatlosen Armen. Eine Mikrostudie über die Insassinnen und Insassen des westfälischen Landarmenhauses Benninghausen (1844–1891). Münster 2009.