Wissenschaftliches Schreiben

01 April 2020

Online-Schreibtreff: Verabredet euch zum Schreiben

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Foto: pixabay.com, Bernd Marczak, Berlin

Fällt euch gerade die Decke auf den Kopf? Hättet ihr jetzt vielleicht sogar die Zeit, die sonst immer zu knapp ist: um endlich das Sachbuch, den Roman, die Dissertation (fertig) zu schreiben, die schon so lange in der Gedankenschublade liegt? Oder um einfach mal wieder Tagebuch zu schreiben oder eine Kurzgeschichte über Corona oder gerade über etwas ganz anderes? Und dann ist der Kopf doch irgendwie leer und es ist mühsam, sich zum Schreiben aufzuraffen? Dann hilft es dir vielleicht, dich mit anderen online zum Schreiben zu verabreden.

Wir, Eva-Maria Lerche, Schreibcoachin, und Gerti Kohlruss, die sich beruflich intensiv mit digitalen Lernmedien auseinandersetzt, skizzieren konkrete Gestaltungsideen von Schreibtreffs mit dazu passenden Tools.

13 Dezember 2019

Grünes Licht für Ihre Schreibprojekte

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Foto: pixabay.com, Bernd Marczak, Berlin
Ein Gastbeitrag von Dr. Andrea Klein – Dozentin, Coach und Autorin mit dem thematischen Fokus auf wissenschaftliches Arbeiten
Ausgebremst?

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie Sie sich selbst helfen können, wenn die Lehrveranstaltungen Sie beim Schreiben Ihrer wissenschaftlichen Arbeiten eher ausbremsen, als dass sie Ihnen weiterhelfen.

Welche Erfahrungen machen Studierende in nicht schreibförderlichen Settings?

  • Sie kennen das Ziel ihres Schreibens nicht.
    Weder wissen die Studierenden, warum sie eigentlich überhaupt schreiben sollen, noch kennen sie die genauen Anforderungen. Wenn sie sie kennen, verstehen sie sie oft nicht. Die Studierenden tappen im Dunkeln und schreiben vor sich hin. Oder sie schreiben eben auch nicht vor sich hin, denn oftmals führen solche unklaren Ausgangslagen zu einem Schreibstopp.
  • Die Schreibaufgabe ist ungeeignet.
    Oftmals werden „zu große“ und/oder nicht sinnvolle Aufgaben gestellt. Es handelt sich bei diesen Aufgaben mehr um Themen („Überschriften“) denn um Fragen, und beim Formulieren der Frage tun sich viele Studierende sehr schwer. Sehr schwer! Besser würde das Schreiben wohl mit situierten Aufgaben gelingen, die mit Herausforderungen aus dem anvisierten Berufsfeld verknüpft sind.
  • Feedback ist kein Teil des Lernprozesses.
    Je nach Ausgestaltung eines Studiengangs ist Feedback überhaupt nicht vorgesehen oder findet nur statt, wenn sich die Lehrperson sehr engagiert. Die Studierenden erhalten im schlechtesten Fall nur summatives Feedback, also bewertendes Feedback nach der Abgabe und leiten dann aus der Note ab, wie ok die Arbeit war. Formatives Feedback, also Feedback im Prozess, wird – wenn überhaupt – spät gegeben. Oft haben die Studierenden in der Zwischenzeit bereits weitere Arbeiten geschrieben und ihre Fehler wiederholt.

In der Summe resultiert aus den genannten Umständen oft eine fatalistische Haltung: „Ich weiß gar nicht, wie ich das schaffen soll. So eine Qual! Das wird nie was!“

23 August 2019

Abschlusskrisen

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Nach dem Vorlesen gibt es immer erstmal tosenden Applaus.
Die Abschlusskrise bei einer Dissertation

Eigentlich ist die Dissertation schon fast fertig. Eigentlich. Fast. Und dieses „eigentlich“ und „fast“ zieht sich schon viel zu lange hin, belastet enorm, wirkt sich irgendwann auf alle anderen Lebensbereiche und -planungen aus. Es ist, als würde jemand die Pausentaste gedrückt halten, so dass es weder vor noch zurück geht.

29 März 2019

Ordnung und Chaos, freundlich vereint

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Nach dem Vorlesen gibt es immer erstmal tosenden Applaus.
„In jedem Chaos steckt eine unentdeckte Ordnung.“

Nur eine Ausrede oder ein freundlicher Blick auf das scheinbare Chaos? Gerade im wissenschaftlichen Schreiben oder anderem „ernsthaften“ Schreiben im Beruf sind die Vorstellungen davon, wie man „richtig“ schreibt und „richtig“ arbeitet, nach wie vor wirkmächtig – und können das Schreiben massiv blockieren. „Eigentlich habe ich damals alles falsch gemacht“, höre ich dann häufig von Kund*innen, wenn ich sie frage, wie sie bei bisherigen Schreibprojekten vorgegangen sind. Dabei haben sie nur einen anderen als den normativ vorgegebenen Weg gewählt – und waren damit nicht immer, aber häufig erfolgreich.

20 Dezember 2018

Schreibglück zum Jahresende

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Ich liebe die Zeit zwischen den Jahren. Endlich ist der Weihnachtstrubel vorbei, die Hütten auf den Weihnachtsmärkten sind abgebaut, es ist wieder Platz in der Stadt. Ich kann durch die Innenstadt schlendern – ohne gereizte Last-minute-Geschenke-Hektiker, verirrte Touristen und blinkende Zipfelmützen.

Es ist für mich die Zeit, in der ich zurückblicke, mich erinnere, sortiere und gedanklich ausmiste. Und dann in das frische Jahr blicke und überlege, was es mir so bringen wird. Eine meiner Lieblingsschreibübungen hierfür durfte ich auf dem Netzwerkblog veröffentlichen.

Lest selbst, probiert sie aus und gebt mir gerne ein Feedback:

https://www.der-netzwerk-blog.de/schreibglueck/

27 September 2018

Lernen muss wehtun

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Nein, muss es nicht. Nein, darf es nicht. Soviel vorweg.

Mit dem Satz „Lernen muss wehtun“ hat sich gerade eine Deutschlehrerin an einer katholischen Grundschule den Eltern ihrer neuen 4. Klasse vorgestellt. Unterstrichen hat sie ihre Botschaft damit, dass sie der Hälfte der Klasse auf das erste Diktat eine 6 gegeben hat – eine Note pro Fehler, macht bei 5 Fehlern und 90% richtig Geschriebenem eine 6.

21 März 2018

Texte überarbeiten mit der Quietsch-Ente

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Als ich neulich einen Workshop an der TU Dortmund zum „Schreiben lehren in den MINT-Fächern“ moderierte, erfuhr ich von einem der Teilnehmer, einem Informatiker, von einer witzigen Methode in der Programmentwicklung: rubber duck debugging, zu deutsch so viel wie Quietsch-Enten-Fehlersuche. Man besorgt sich eine Quietsch-Ente und erklärt ihr Schritt für Schritt den Programmcode, bis man merkt, an welcher Stelle das Programm etwas anderes tut, als es tun sollte. Das Schöne: Die Ente ist jederzeit ansprechbar, ohne sich gestört zu fühlen, gibt keine dummen Ratschläge, macht sich nicht über Fehler lustig, mischt sich nicht unnötig ein und hört einfach ungerührt zu (weiteres dazu unter: https://rubberduckdebugging.com/).

Selbstversuch

Die Methode könnte sich auch wunderbar zur Überarbeitung von Texten eignen, dachte ich mir, habe mir eine Quietsch-Ente besorgt und den Selbstversuch gemacht.

23 Januar 2018

Mit der Hand schreiben? Heute noch? Aber ja!

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Gedanken fließen lassen, auch wenn ein Hindernis im Weg liegt.

J.K. Rowling sagte einmal in einem Interview, dass sie alle sieben Harry Potter-Bände mit der Hand geschrieben hätte. Dabei würden die Gedanken einfach besser fließen. In Zeiten von Laptop, Netbook und Tablet, die auch nicht größer als eine Schreibkladde sind und überall hin mitgenommen werden können, scheint es unsinnig, erst mit der Hand zu schreiben, um das Ganze dann hinterher abtippen zu müssen. Doppelte Arbeit. Also wozu das Ganze?

11 Januar 2018

Textfeedback: Vom Schreckgespenst zur Kraftquelle

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Nach dem Vorlesen gibt es immer erstmal tosenden Applaus.

Ich bin immer wieder überrascht über die Panik, die plötzlich in den Augen von Schreibenden auftaucht, wenn ich sage: und jetzt kommt eine Textfeedbackrunde. Einen Text schreiben und direkt vorlesen? Niemals. Der Text muss schon nahezu perfekt sein, ehe ihn andere lesen dürfen. Sonst könnten sie ja denken: ach, besser kann die nicht schreiben? Man muss selbst alles gegeben haben, den Text bestmöglich geschrieben haben. Erst dann darf er in die feindliche Welt entlassen werden.

11 Dezember 2017

Das Schreiben vor dem Schreiben

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Das Schreiben vor dem Schreiben

„Ich muss erst noch klären, was der Inhalt ist, für wen ich schreibe und wie ich das ganze aufbaue – dann komme ich in den Schreibworkshop.“

Solche Aussagen begegnen mir recht häufig, wenn ich mich als Schreibtrainerin vorstelle. Dahinter steckt die Vorstellung, Schreiben sei vor allem ein Aufschreiben fertiger Gedanken, die man sich vorher im Kopf zurechtgelegt hat.

11 Dezember 2017

Räume zum Schreiben

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Beim Schreibmarathon im November 2017 im writers'studio Wien

Nach sechs Tagen Schreibmarathon im writers’studio im novembersonnigen Wien ist mir eines klar geworden: Wir brauchen Räume zum Schreiben. Räume, in denen wir uns wohlfühlen, in denen wir sicher sind vor unpassender und unangemessener Kritik. Räume, die uns inspirieren, ermutigen und beflügeln. Räume, die uns und unser Schreiben weitertragen. Kurz: Schreiboasen, wie auch der schreibraum.ms eine ist.