Artikel mit den Tags: Schreibblockade

23 August 2019

Abschlusskrisen

Posted in Wissenschaftliches Schreiben

Nach dem Vorlesen gibt es immer erstmal tosenden Applaus.
Die Abschlusskrise bei einer Dissertation

Eigentlich ist die Dissertation schon fast fertig. Eigentlich. Fast. Und dieses „eigentlich“ und „fast“ zieht sich schon viel zu lange hin, belastet enorm, wirkt sich irgendwann auf alle anderen Lebensbereiche und -planungen aus. Es ist, als würde jemand die Pausentaste gedrückt halten, so dass es weder vor noch zurück geht.

27 Juni 2019

Verschwenderisch schreiben!

Posted in Kreatives Schreiben

Nach dem Vorlesen gibt es immer erstmal tosenden Applaus.
Verschwenderisch schreiben!

Ich hatte mal ein Büro im vierten Stock, von dem aus ich eine uralte Kastanie bestaunen konnte. Im Frühjahr trieb sie aus, an jedem Ast standen die dichten Kerzen mit ihren unzähligen kleinen rosa Blüten. Nur aus einem Bruchteil der Blüten wurden hellgrüne stachelige Knospen, so groß wie Murmeln, und von denen fegte der Wind auch noch den größten Teil von den Ästen. Im Herbst war oft nur noch eine einzige dicke Kastanienfrucht von einer ganzen Kerze übriggeblieben. Wenn sie sich vom Ast löste und gut umhüllt auf den Asphalt unten aufschlug, kullerte eine dunkel glänzende, wunderschöne Kastanie heraus. Wenn ich sie dann aufsammelte und auf meinen Schreibtisch legte, dachte ich oft: Was ist die Natur doch verschwenderisch, so viele Blüten zu bilden – und alles nur für die eine Frucht, die bis zum Ende durchhält?

29 März 2019

Ordnung und Chaos, freundlich vereint

Posted in Wissenschaftliches Schreiben, Schreiben im Beruf

Nach dem Vorlesen gibt es immer erstmal tosenden Applaus.
„In jedem Chaos steckt eine unentdeckte Ordnung.“

Nur eine Ausrede oder ein freundlicher Blick auf das scheinbare Chaos? Gerade im wissenschaftlichen Schreiben oder anderem „ernsthaften“ Schreiben im Beruf sind die Vorstellungen davon, wie man „richtig“ schreibt und „richtig“ arbeitet, nach wie vor wirkmächtig – und können das Schreiben massiv blockieren. „Eigentlich habe ich damals alles falsch gemacht“, höre ich dann häufig von Kund*innen, wenn ich sie frage, wie sie bei bisherigen Schreibprojekten vorgegangen sind. Dabei haben sie nur einen anderen als den normativ vorgegebenen Weg gewählt – und waren damit nicht immer, aber häufig erfolgreich.

27 September 2018

Lernen muss wehtun

Posted in Wissenschaftliches Schreiben, Schreiben im Beruf, Kreatives Schreiben

Nein, muss es nicht. Nein, darf es nicht. Soviel vorweg.

Mit dem Satz „Lernen muss wehtun“ hat sich gerade eine Deutschlehrerin an einer katholischen Grundschule den Eltern ihrer neuen 4. Klasse vorgestellt. Unterstrichen hat sie ihre Botschaft damit, dass sie der Hälfte der Klasse auf das erste Diktat eine 6 gegeben hat – eine Note pro Fehler, macht bei 5 Fehlern und 90% richtig Geschriebenem eine 6.

21 März 2018

Texte überarbeiten mit der Quietsch-Ente

Posted in Wissenschaftliches Schreiben, Schreiben im Beruf

Als ich neulich einen Workshop an der TU Dortmund zum „Schreiben lehren in den MINT-Fächern“ moderierte, erfuhr ich von einem der Teilnehmer, einem Informatiker, von einer witzigen Methode in der Programmentwicklung: rubber duck debugging, zu deutsch so viel wie Quietsch-Enten-Fehlersuche. Man besorgt sich eine Quietsch-Ente und erklärt ihr Schritt für Schritt den Programmcode, bis man merkt, an welcher Stelle das Programm etwas anderes tut, als es tun sollte. Das Schöne: Die Ente ist jederzeit ansprechbar, ohne sich gestört zu fühlen, gibt keine dummen Ratschläge, macht sich nicht über Fehler lustig, mischt sich nicht unnötig ein und hört einfach ungerührt zu (weiteres dazu unter: https://rubberduckdebugging.com/).

Selbstversuch

Die Methode könnte sich auch wunderbar zur Überarbeitung von Texten eignen, dachte ich mir, habe mir eine Quietsch-Ente besorgt und den Selbstversuch gemacht.

23 Januar 2018

Mit der Hand schreiben? Heute noch? Aber ja!

Posted in Wissenschaftliches Schreiben, Schreiben im Beruf, Kreatives Schreiben

Gedanken fließen lassen, auch wenn ein Hindernis im Weg liegt.

J.K. Rowling sagte einmal in einem Interview, dass sie alle sieben Harry Potter-Bände mit der Hand geschrieben hätte. Dabei würden die Gedanken einfach besser fließen. In Zeiten von Laptop, Netbook und Tablet, die auch nicht größer als eine Schreibkladde sind und überall hin mitgenommen werden können, scheint es unsinnig, erst mit der Hand zu schreiben, um das Ganze dann hinterher abtippen zu müssen. Doppelte Arbeit. Also wozu das Ganze?