Schreiben im Beruf

27 September 2018

Lernen muss wehtun

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Nein, muss es nicht. Nein, darf es nicht. Soviel vorweg.

Mit dem Satz „Lernen muss wehtun“ hat sich gerade eine Deutschlehrerin an einer katholischen Grundschule den Eltern ihrer neuen 4. Klasse vorgestellt. Unterstrichen hat sie ihre Botschaft damit, dass sie der Hälfte der Klasse auf das erste Diktat eine 6 gegeben hat – eine Note pro Fehler, macht bei 5 Fehlern und 90% richtig Geschriebenem eine 6.

21 März 2018

Texte überarbeiten mit der Quietsch-Ente

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Als ich neulich einen Workshop an der TU Dortmund zum „Schreiben lehren in den MINT-Fächern“ moderierte, erfuhr ich von einem der Teilnehmer, einem Informatiker, von einer witzigen Methode in der Programmentwicklung: rubber duck debugging, zu deutsch so viel wie Quietsch-Enten-Fehlersuche. Man besorgt sich eine Quietsch-Ente und erklärt ihr Schritt für Schritt den Programmcode, bis man merkt, an welcher Stelle das Programm etwas anderes tut, als es tun sollte. Das Schöne: Die Ente ist jederzeit ansprechbar, ohne sich gestört zu fühlen, gibt keine dummen Ratschläge, macht sich nicht über Fehler lustig, mischt sich nicht unnötig ein und hört einfach ungerührt zu (weiteres dazu unter: https://rubberduckdebugging.com/).

Selbstversuch

Die Methode könnte sich auch wunderbar zur Überarbeitung von Texten eignen, dachte ich mir, habe mir eine Quietsch-Ente besorgt und den Selbstversuch gemacht.

23 Januar 2018

Mit der Hand schreiben? Heute noch? Aber ja!

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Gedanken fließen lassen, auch wenn ein Hindernis im Weg liegt.

J.K. Rowling sagte einmal in einem Interview, dass sie alle sieben Harry Potter-Bände mit der Hand geschrieben hätte. Dabei würden die Gedanken einfach besser fließen. In Zeiten von Laptop, Netbook und Tablet, die auch nicht größer als eine Schreibkladde sind und überall hin mitgenommen werden können, scheint es unsinnig, erst mit der Hand zu schreiben, um das Ganze dann hinterher abtippen zu müssen. Doppelte Arbeit. Also wozu das Ganze?

11 Januar 2018

Textfeedback: Vom Schreckgespenst zur Kraftquelle

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Nach dem Vorlesen gibt es immer erstmal tosenden Applaus.

Ich bin immer wieder überrascht über die Panik, die plötzlich in den Augen von Schreibenden auftaucht, wenn ich sage: und jetzt kommt eine Textfeedbackrunde. Einen Text schreiben und direkt vorlesen? Niemals. Der Text muss schon nahezu perfekt sein, ehe ihn andere lesen dürfen. Sonst könnten sie ja denken: ach, besser kann die nicht schreiben? Man muss selbst alles gegeben haben, den Text bestmöglich geschrieben haben. Erst dann darf er in die feindliche Welt entlassen werden.

11 Dezember 2017

Das Schreiben vor dem Schreiben

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Das Schreiben vor dem Schreiben

„Ich muss erst noch klären, was der Inhalt ist, für wen ich schreibe und wie ich das ganze aufbaue – dann komme ich in den Schreibworkshop.“

Solche Aussagen begegnen mir recht häufig, wenn ich mich als Schreibtrainerin vorstelle. Dahinter steckt die Vorstellung, Schreiben sei vor allem ein Aufschreiben fertiger Gedanken, die man sich vorher im Kopf zurechtgelegt hat.

11 Dezember 2017

Räume zum Schreiben

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Beim Schreibmarathon im November 2017 im writers'studio Wien

Nach sechs Tagen Schreibmarathon im writers’studio im novembersonnigen Wien ist mir eines klar geworden: Wir brauchen Räume zum Schreiben. Räume, in denen wir uns wohlfühlen, in denen wir sicher sind vor unpassender und unangemessener Kritik. Räume, die uns inspirieren, ermutigen und beflügeln. Räume, die uns und unser Schreiben weitertragen. Kurz: Schreiboasen, wie auch der schreibraum.ms eine ist.